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<title>Darbuka</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Darbuka</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Darbuka</b> (<a href="Arabische_Sprache" title="Arabische Sprache">arabisch</a> <bdo dir="ltr"><bdi dir="rtl" lang="ar" class="arabic spanAr" style="unicode-bidi:isolate;font-size:120%;">دربوكة</bdi></bdo>, <a href="DIN_31635" title="DIN 31635">DMG</a> <i><span lang="ar-Latn" style="font-style:italic">darbūka</span></i>, Pl. <i>darābik, darbūkāt</i>), auch als <i>darbukka, darbouka, derbouka</i> oder <i>darabukka</i> transkribiert, ist eine einfellige Becher<a href="Trommel" title="Trommel">trommel</a> im <a href="Naher_Osten" title="Naher Osten">Nahen Osten</a>, im arabischen Nordafrika und regional in Südosteuropa, wo sie als <i>tarabuka</i> und <i>tarambuka</i> bekannt ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>
<p>Die Bezeichnung <i>darbuka</i> scheint im Arabischen nicht alt zu sein, obwohl ein Zusammenhang mit einer Trommel namens <i>darbala</i> bestehen könnte, die an einer Stelle in der um das 13. Jahrhundert zusammengetragenen Erzählsammlung <a href="Tausendundeine_Nacht" title="Tausendundeine Nacht">Tausendundeine Nacht</a> auftaucht. Eine denkbare Lautverschiebung könnte <i>darbala</i> auf <a href="Persische_Sprache" title="Persische Sprache">persisch</a> <i>danbala</i> zurückgehen lassen, demnach wäre <i>darbuka</i> aus der Konsonantenform <i>d-n-b-k</i> in <a href="Mittelpersische_Sprache" title="Mittelpersische Sprache">Pahlavi-Schrift</a> entstanden. Eine Ableitung von türkisch <i>darbetmek</i>, „schlagen“, das auf das arabische Wort <i>ḍarba</i> („Schlag“) zurückgeht, ist ebenso möglich.
</p><p>In der Türkei sind je nach Region <i>dümbek, dümbelek</i> und <i>deblek</i> weiter verbreitet als das arabische Fremdwort. Bei den türkischen Begriffen ist die Verwandtschaft zu persisch <i>dunbal, dunbak oder dunbalāk</i>, älter <i>dumbalak</i>, offenkundig. <i>Dunbal</i> oder <i>dunbak</i> bezeichnete im 17. Jahrhundert persische Bechertrommeln, die angehängte Verkleinerungsform <i>-ak</i> galt für kleine Zylindertrommeln. <i><a href="Tombak_(Musikinstrument)" title="Tombak (Musikinstrument)">Tombak</a></i> oder <i>tumbak</i> sind Schreibweisen der heutigen Bechertrommeln, die alle auf das Pahlavi zurückgehen. In seinem Reisebericht <i> Seyahatnâme</i> benennt <a href="Evliya_%C3%87elebi" title="Evliya Çelebi">Evliya Çelebi</a> (1611–1683) allgemein <a href="Kesseltrommel" title="Kesseltrommel">Kesseltrommeln</a> als <i>dunbalak</i>. Dieses Wort hat sich im heutigen Türkisch zu <i>dümbelek</i> und <i>dömbelek</i> verändert.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im <a href="Kosovo" title="Kosovo">Kosovo</a> und in <a href="Nordmazedonien" title="Nordmazedonien">Nordmazedonien</a> heißt die Bechertrommel <i>tarabuka</i> und in <a href="Bulgarien" title="Bulgarien">Bulgarien</a> <i>tarambuka</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bauform_und_Spielweise">Bauform und Spielweise</h2></div>
<p>Die <i>darbuka</i> besteht aus einem kelchförmigen Korpus, der traditionell aus <a href="Tonmineral" class="mw-redirect" title="Tonmineral">Ton</a> gefertigt und bei einfachen Instrumenten mit Ziegenhaut bespannt ist. Auch die Haut von Schafen und Hunden wurde früher verwendet. In professionellen <a href="Klassische_arabische_Musik" title="Klassische arabische Musik">klassischen Orchestern</a> werden <i>darbuka</i> mit Fischhaut (besonders aus <a href="Rochen" title="Rochen">Rochen</a>) verwendet. Moderne <i>darbuka</i> sind oft aus Metall gefertigt, wobei die <a href="T%C3%BCrkei" title="Türkei">türkischen</a> Modelle aus <a href="Aluminium" title="Aluminium">Aluminium</a>-, <a href="Kupfer" title="Kupfer">Kupfer</a>- oder <a href="Messing" title="Messing">Messingblech</a> bestehen und die ägyptische Variante aus Aluminium gegossen wird. Die Trommelfelle sind dann meist aus <a href="Kunststoff" title="Kunststoff">Kunststoff</a>, doch werden auch bei neueren Modellen Naturfelle verwendet, um einen wärmeren, bassigeren Ton zu erzielen, der sich von den hohen Klängen der Plastikfelle unterscheidet. Der britische Orientalist <a href="Edward_William_Lane" title="Edward William Lane">Edward William Lane</a> beschrieb 1836 in Ägypten zwei Arten von <i>darbuka</i>: eine mit einem hölzernen Korpus in einer schlanken Becherform, die aufwendig mit <a href="Intarsien" class="mw-redirect" title="Intarsien">Intarsien</a> verziert war, und eine einfache <i>darbuka</i> aus Ton mit einem kegelförmigen Oberteil über dem zylindrischen Schaft. Erstere spielten die Frauen im Haus, letztere die Bootsleute auf dem Nil.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Länge des Korpus beträgt typischerweise 40 bis 50 Zentimeter, der Felldurchmesser 20 bis 25 Zentimeter.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p><i>Darbuka</i> werden meist im Sitzen auf dem linken Oberschenkel liegend gespielt und vom linken Unterarm und Handballen gehalten, im Stehen werden sie unter eine Achsel geklemmt. Es werden alle zehn Finger benutzt. Die grundlegenden Schläge, die eine <i>darbuka</i> erzeugen kann, sind ein Basston (<i>dum</i>) als Grundschlag, der mit der ganzen rechten Hand in der Mitte zwischen Rand und Mittelpunkt gespielt wird und ein hoher Ton (<i>tak</i>), der mit den Fingern der rechten Hand direkt am Rand gespielt wird. Die elastischen Finger der linken Hand erzeugen am oberen Rand einen feinen hohen Ton (<i>ka</i>). Davon können zahlreiche technische und klangliche Varianten abgeleitet werden.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den Ländern des <a href="Maghreb" title="Maghreb">Maghreb</a> sind in der Volksmusik gespielte Trommeln häufig mit geometrischen Ornamenten bemalt, aufwendigere traditionelle Instrumente können mit <a href="Schildpatt" title="Schildpatt">Schildpatt</a> oder <a href="Elfenbein" title="Elfenbein">Elfenbein</a> verziert sein. <i>Darbuka</i> haben je nach Größe unterschiedliche Namen. Sie werden auch von Frauen im eigenen Kreis gespielt, anlässlich von Geburtsfeiern, Hochzeiten oder Beschneidungen. In der westlichen <a href="Sahara" title="Sahara">Sahara</a> (Region <a href="Twat_(Berber)" title="Twat (Berber)">Twat</a>) verwenden die männlichen Mitglieder der <a href="Sufismus" title="Sufismus">Sufi</a>-Bruderschaft des Moulay Tayeb große <i>darbuka</i>, die an Stoffriemen getragen und im Stehen gespielt werden. Diese heißen <i>akellal</i>. Die Frauen spielen kleinere Trommeln <i>(abeka)</i>, die auf den Schultern liegen. Eine andere volksislamische Sufi-Bruderschaft sind die Hamadscha, die in Marokko das Geistwesen <a href="Aisha_Qandisha" title="Aisha Qandisha">Aisha Qandisha</a> verehren. Bei ihren rituellen Gesängen und Tänzen kommen die große <i>darbuka</i> namens <i>harraz</i> und für Prozessionen die kleine, auf der Schulter liegende <i>tarija</i> zum Einsatz.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>An der südjemenitischen Küste in der Region <a href="Hadramaut" title="Hadramaut">Hadramaut</a> ist das Tanzspiel <i>Raqṣat ad-darbūka</i> verbreitet, bei dem die Tänzer von der melodieführenden Leier <i><a href="Simsimiyya" title="Simsimiyya">simsimiyya</a></i> und drei <i>darbuka</i> begleitet werden. Der Rhythmus wird durch Händeklatschen (<i>tasfīq</i>) akzentuiert. Die Tänzer stellen das tägliche Leben der Fischer szenisch dar. Bevor die Musikgruppe einsetzt, beginnt der Vorsänger mit einem freirhythmischen Gesang (<i>mawwāl</i>), dessen Endreime regelmäßig ein Chor mit einem <a href="Bordun" title="Bordun">Bordunton</a> oder einem <a href="Ostinato" title="Ostinato">Ostinato</a> weiterführt.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Darbuka</i> haben ihren Ursprung in der <a href="Arabische_Musik" title="Arabische Musik">arabischen Musik</a>. Später fanden sie ihren Weg in die westliche Kultur und sind seither populäre Instrumente in der heutigen <a href="Weltmusik" title="Weltmusik">Weltmusik</a> und sogar <a href="Rockmusik" title="Rockmusik">Rockmusik</a> (<a href="Hossam_Ramzy" title="Hossam Ramzy">Hossam Ramzy</a>) geworden. Hierbei wird die <i>darbuka</i> häufig wie eine westafrikanische <i><a href="Djemb%C3%A9" title="Djembé">djembé</a></i> annähernd senkrecht zwischen den Knien gehalten und mit allen zehn Fingern gespielt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Tombak_(Musikinstrument)" title="Tombak (Musikinstrument)">Tombak</a>: Bechertrommel in der klassischen iranischen Musik</li>
<li><a href="Zerbaghali" title="Zerbaghali">Zerbaghali</a>: Bechertrommel in der afghanischen Volksmusik</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Vergilij Atanassov, Radmila Petrović: <i>Tarabuka.</i> In: Laurence Libin (Hrsg.): <i>The Grove Dictionary of Musical Instruments.</i> Band 4, Oxford University Press, Oxford/New York 2014, S. 716</li>
<li>William J. Conner, Milfie Howell, Tony Langlois: <i>Darabukka.</i> In: <i>Grove Music Online</i>, 2001</li>
<li>Byron Pillow: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Darabouka?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Darbuka</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Laurence_Picken" title="Laurence Picken">Laurence Picken</a>: <i>Folk Musical Instruments of Turkey.</i> Oxford University Press, London 1975, S. 116f</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Edward William Lane: <i>Manners and Customs of the Modern Egyptians.</i> 1836, deutsch: <i>Sitten und Gebräuche der heutigen Egypter.</i> 1856. Abgebildet in: Paul Collaer, Jürgen Elsner: <i>Nordafrika.</i> Reihe: Werner Bachmann (Hrsg.): <i><a href="Musikgeschichte_in_Bildern" title="Musikgeschichte in Bildern">Musikgeschichte in Bildern</a>.</i> Band I: <i>Musikethnologie.</i> Lieferung 8. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1983, S. 69</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">William J. Conner, Milfie Howell, Tony Langlois, 2001</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=O9GNdshDWsE"><i>Darbuka lesson strokes Dum, Tek, Ka, Position.</i></a> Youtube-Video</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Viviane Lièvre: <i>Die Tänze des Maghreb. Marokko – Algerien – Tunesien.</i> (Übersetzt von Renate Behrens. Französische Originalausgabe: Éditions Karthala, Paris 1987) Otto Lembeck, Frankfurt am Main 2008, S. 91f, ISBN 978-3-87476-563-3</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Gabriele Braune: <i>Küstenmusik in Südarabien. Die Lieder und Tänze an den jemenitischen Küsten des Arabischen Meeres.</i> Peter Lang, Frankfurt/M. 1997, S. 294 f.</span>
</li>
</ol>
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